Die Informationsbrücke zu den SeniorInnen
Utl.: 30 Jahre Wiener Kontaktbesuchsdienst – 12.000 Hausbesuche pro Jahr – Informationen für den Dritten Lebensabschnitt – Modell einzigartig in Österreich – Vorzeigeprojekt für Europa
Wien (WS) - Sie sind freundlich, verfügen über offene Umgangsformen und haben Freude am Gespräch: die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Wiener Kontaktbesuchsdienstes. Sie kommen ins Haus, um über das Leistungsangebot der Stadt Wien für Menschen ab dem 65. Lebensjahr zu informieren. Vorausgesetzt, die SeniorInnen wünschen dies.
Jährlich erhalten rund 36.000 Wiener und Wienerinnen ab dem 65. Lebensjahr ein Schreiben von ihrer Bezirksvorstehung mit dem Angebot eines Kontaktbesuches. Circa jeder/jede dritte Adressat/Adressatin, das sind rund 12.000 Personen oder 33 Prozent, macht von diesem kostenlosen Service Gebrauch. Im persönlichen Gespräch zu Hause informiert der/die KontaktbesucherIn über Aktivitäten, Hilfe, Betreuung sowie Pflegemöglichkeiten für den dritten Lebensabschnitt. Zudem wird die Meinung über die Wohnumgebung erhoben und die Wohnsituation erfasst.
Ziel dieser Informationsbrücke sei es, so Karin Kienzl-Plochberger, Leiterin des Kontaktbesuchsdienstes bei den Wiener Sozialdiensten, die SeniorInnen weitgehend bei der Erhaltung ihres selbst bestimmten und aktiv erfüllten Lebens zu unterstützen.
Wiener Modell einzigartig in Österreich
„Das Wiener Modell des Kontaktbesuchsdienstes ist in Österreich einzigartig“, so Christine Lapp, Nationalratsabgeordnete und Präsidentin der Wiener Sozialdienste. Auch in Europa dokumentiere diese Institution einen sozialen Musterbaustein, verfüge lediglich Dänemark über eine ähnliche Einrichtung, erläutert Lapp weiter.
30 Jahre Wiener Kontaktbesuchsdienst
Bereits im Jahr 1975 wurde im 15. Wiener Gemeindebezirk ein Pilotprojekt gestartet, hilfsbedürftige Personen über mögliche Leistungen der Sozialen Dienste zu informieren. In der Folge wurde diese Informationsbrücke zu den SeniorInnen ab dem 65. Lebensjahr in ganz Wien eingerichtet. Im Jahr 1979 wurde der Kontaktbesuchsdienst in der Wiener Stadtverfassung verankert.
Die Organisation des Kontaktbesuchsdienstes wird durch folgende Kooperationspartner sichergestellt:
- Fonds Soziales Wien
- Bezirksvorstehungen in allen Wiener Bezirken
- Wiener Sozialdienste
Finanziert wird der Kontaktbesuchsdienst vom Fonds Soziales Wien aus Budgetmitteln der Stadt Wien.
In Wien sind derzeit rund 140 ehrenamtliche KontaktbesucherInnen tätig.
Ein strukturiertes Informationsgespräch
Der Gesprächsleitfaden für den Kontaktbesuchsdienst umfasst die Themen „Wohnumgebung“, „Wohnsituation“, „Hilfe, Betreuung, Pflege“ sowie „Aktivitäten“.
Anhand standardisierter Fragen werden Daten zur Zufriedenheit mit der Wohnumgebung, Einkaufssituation, ärztlichen Versorgung, Apothekennähe, Sicherheit, öffentlichen Beleuchtung und der Nutzung von Verkehrsmitteln erhoben. Hinsichtlich Wohnsituation werden das Vorhandensein eines Liftes sowie die Ausstattung mit WC, Warmwasser, Heizung und Bademöglichkeit erfasst. Ob und wie jemand am gesellschaftlichen Leben durch Aktivitäten teilnimmt, ist ebenfalls Gegenstand des Gespräches. Und bei Bedarf wird entsprechendes Informationsmaterial überreicht. Nützliche Informationen gibt es auch über die wichtigsten sozialen Angebote der Stadt Wien, wenn Hilfe, Betreuung oder Pflege gewünscht werden.
Der Hausbesuch sowie Informationsmaterialien sind für die SeniorInnen kostenlos.
Große Festveranstaltung im Wiener Rathaus
Anlässlich 30 Jahre Kontaktbesuchsdienst findet am 29. Oktober 2007 von 14:00 bis 18:00 Uhr im Wiener Rathaus eine Festveranstaltung statt. Auf dieser wird nicht nur ein Rückblick gegeben, sondern es werden auch 15 KontaktbesucherInnen durch Stadträtin Sonja Wehsely auf Grund ihrer langjährigen Tätigkeit geehrt.
Rückfragehinweis:
Dr. Karin Kienzl-Plochberger
Leiterin Kontaktbesuchsdienst bei den Wiener Sozialdiensten
Kirchstettengasse 6, 1160 Wien
Tel.: 01/494 95 90-90
Mail: karin.kienzl-plochberger@wiso.or.at
Wien, 2007-10- 24



