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Ein Ambulatorium für Kinder mit Entwicklungsproblemen

Utl.:     Seit 1998 Zentrum für Entwicklungsförderung der Wiener Sozialdienste – 4000 Patienten seit Bestehen –  Fächerübergreifendes Therapieangebot

Das Zentrum für Entwicklungsförderung in Wien Donaustadt wurde 1998 als selbständiges Ambulatorium für eine umfassende Behandlung entwicklungs­beeinträchtigter Kinder gegründet. Seit Bestehen dieser Einrichtung nahmen rund 4000 Kinder und deren Familien das Therapieangebot in Anspruch.

Behandelt werden Kinder, die in ihrer Entwicklung gefährdet oder behindert sind, bis zum Schuleintritt. Träger des Ambulatoriums ist die Wiener Sozialdienste Förderung & Begleitung GmbH, eine Hundertprozenttochter der Wiener Sozialdienste. Im Zentrum für Entwicklungsförderung sind 37 Mitarbeiter tätig.

Im vergangenen November feierte das Zentrum das 10-Jahres-Jubiläum mit einem interessanten wissenschaftlichen Symposium („Sich verständigen“) und einem gut besuchten Tag der offenen Tür.

Am 25. Juni besuchte Bezirksvorsteher Norbert Scheed das Ambulatorium, um sich ein Bild von den Leistungen dieser Institution in seinem Bezirk Donaustadt zu machen. 

Ständige Auslastung

Seit der Gründung des Zentrums für Entwicklungsförderung im Jahr 1998 sind die MitarbeiterInnen voll ausgelastet. Viele Kinder wurden über mehrere Jahre hindurch behandelt. Die Entwicklung der Patientenanzahl/Jahr zeigt folgendes Bild:

1998: 420 Patienten
2003: 528 Patienten
2008: 637 Patienten

Die unterschiedlichen Behandlungszahlen spiegeln den Personalstand des Zentrums wieder.

Pro Jahr verzeichnet das Ambulatorium im Durchschnitt 250 - 300 Neuzugänge an Patienten. Drei Viertel der Kinder sind jünger als vier Jahre, fast 50% unter 2 Jahren. Derzeit sind Neuaufnahmen wegen Vollauslastung nicht möglich.

Die Kontaktaufnahme der Eltern mit dem Zentrum für Entwicklungsförderung erfolgt nach einer Analyse zu 39 Prozent aufgrund einer Zuweisung durch Ärzte und Spitäler, zu 18 Prozent auf Anregung von Kindergärten, zu 17 Prozent auf Eigeninitiative und zu 26 Prozent aufgrund einer Empfehlung verschiedener anderer Institutionen (z.B. Amt für Jugend und Familie, Elternberatung).  

Umfassendes Therapieangebot

„Der Schwerpunkt des Zentrums für Entwicklungsförderung besteht in seinem fächerübergreifenden Therapieangebot“, erläutert der Leiter des Ambulatoriums, Prim. Dr. Friedrich Brandstetter. Und Brandstetter weiter: „An der Erkennung von Stärken und Schwächen des Kindes sind Kinderärzte, Psychologen, Pädagogen, Therapeuten sowie Sozialarbeiter eingebunden, miteinbezogen in die Diagnostik werden immer auch die Lebensumstände des Kindes.“ Das therapeutische Angebot für die Kinder umfasst so genannte funktionelle Behandlungen (Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie), heilpädagogische Unterstützung sowie Musiktherapie.

Essentieller Bestandteil der umfassenden Behandlung des Kindes im Zentrum für Entwicklungsförderung ist die Beratung der Eltern. Sie haben die Möglichkeit, sich zur Bewältigung von Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Entwicklungs­beeinträchtigung ihres Kindes mit Spezialisten zu beraten.

Die rechtzeitige therapeutische Versorgung ermöglicht eine bessere Entwicklung der Kinder und ist in volkswirtschaftlicher Hinsicht positiv zu bewerten, da geringere Folgekosten in der Zukunft zu erwarten sind.

Besonderheiten im Angebot des ZEF sind die tiergestützte Therapie und die Schreiambulanz:

Für die Behandlung entwicklungsbeeinträchtigter Kinder werden auch Tiere eingesetzt. Sie helfen, so Prim. Brandstetter, die Befindlichkeit des Kindes zu verbessern, Angst abzubauen oder über den Kontakt und die Berührung des Tieres das Körperbewusstsein des Kindes über die veränderte Wahrnehmung und einen verbesserten Bewegungsablauf zu stärken.

In der Schreiambulanz finden Eltern von Kindern im Alter 0 – 3 Jahre mit Schrei-, Schlaf, Fütter- und Trennungsproblemen und deren Familien aus ganz Wien und NÖ Unterstützung.

Das Ziel aller Therapien und Beratungsleistungen ist die Verbesserung einzelner Funktionen, Fertigkeiten und Aktivitäten, um dem Kind zu einem möglichst selbständigen und selbst bestimmten Leben zu verhelfen. Außerdem soll das Wohlbefinden des Kindes verbessert werden. Diese Ziele werden bei der Mehrzahl der Kinder in einem hohen Ausmaß erreicht.

Rückfragehinweis:
Prim. Dr. Friedrich Brandstetter
Zentrum für Entwicklungsförderung,
Langobardenstraße 189, 1220 Wien,
Tel.: 01/280 20 50
Mail: friedrich.brandstetter@wiso.or.at

Wien, 2009-06-25